Macht?Schule.Bildung!

Wir für eine andere Bildungspolitik

Schulnetzplan?


Was ist der Schulnetzplan und woher kommt er?
Der Schulnetzplan ist der Plan der Stadtverwaltung Dresden für die kommenden 5 Jahre. Er stellt statistisch bspw. fest, wo es Engpässe und wo es zu wenige Schüler vor Ort gibt und erlaubt einen Überblick über die gesammte Bildungssituation der Stadt Dresden. Darauf aufbauend wird im Schulnetzplan festgelegt welche Schule geschlossen, umverlegt oder neugegründet werden muss, welche Schulen saniert werden und welche Schulbezirke neu organisiert werden müssen. Er ist sozusagen die Grundlage für die Arbeit aller Schulen in Dresden.

Schulnetzplan Teil 1
Schulnetzplan Teil 2

Warum gibt es derzeit vorallem Protest aus den Berufsschulen?
Der aktuelle vom Schulbaubürgermeister Winfried Lehmann (CDU) veröffentlichte Schulnetzplanentwurf sieht die Verlegung einiger Berufsschulen ins Dresdner Umlan (Meißen/Pirna) vor. Insgesamt werden ein Großteil der Beruflichen Schulzentren zusammengelegt, verlegt oder aufgelöst. Alle Betreiligten sehen diese Maßnahmen zu Recht kritisch.

Was steht drin im Schulnetzplanentwurf und was kritisiert Macht?Schule.Bildung! daran?
Der Schulnetzplan ist kurzfristig gedacht, agiert gegen die Bedürfnisse aller Beteiligten und ist finanziell nicht unterlegt. Darüber hinaus hantiert die Stadt mit falschen Zahlen und täuscht über die eigentliche Situation noch hinweg.

Kritikpunkte im Grundschul- und Mittelschulbereich
Im Allgemeinen kritisiert das Aktionsbündnis die Bestrebung der Stadtverwaltung an manchen Schulen den Klassenteiler von derzeit 25 auf 28 hochzusetzen, Horträumlichkeiten gleichzeitig als Klassenraum nutzen zu wollen und Containerbauten als langfristige Lösungen anzusehen. Ebenso ist der Sanierungsbedarf an Grund- und Mittelschulen immens und wird bei weitem trotz des engagierten Finanzierungsplans der Stadt nicht abgedeckt.

Kritikpunkte Gymnasien
Die Aufstockung des Marie-Curie-Gymnasiums und des Gymnasiums Cotta ist unverhältnismäßig. Das Gymnasium Cotta wartet seit Jahrezehnten auf eine Generalsanierung und bietet keine angemessene Lehr- und Lernbedingungen und das Marie-Curie-Gymnasium wird durch die Auslagerung und durch die benötigte Außenstelle auseinandergerissen.

Der Schulnetzplan ist nicht alternativlos!

Das sagt der SNP: Der Standort Altroßthal des BSZ für Agrarwirtschaft soll aufgelöst und an das Liegenschaftsamt der Stadt Dresden überführt werden. Die Sanierung des Schlosses an der Berufsschule ist zu teuer.

Das sagen wir: Der Standort in Altroßthal ist unverzichtbar. Viele der Schülerinnen und Schüler kommen aus dem Dresdner Umland und sind u.a. als Pferde- und Tierwirte auf den autobahnnahen Standort angewiesen. Desweiteren wurde der Standort erst vor kurzem mit viel Geld saniert und verbessert. Für die dort beschulten Ausbildungsberufe und für die Biotechnologie ist der Standort ein Garant für hohe Qualität und für eine erfolgreiche Ausbildung. Unser Alternativvorschlag: Erhalten Sie den Standort, sanieren Sie das Schloss so, dass es zumindest den Sicherheitsanforderungen genügt und wenn selbst das nicht realisierbar ist, bauen Sie die verfügbaren umliegenden Räumlichkeiten (ua. leerstehende Ställe) als Klassenräume aus und stellen Sie so den fachgerechten Unterricht sicher.

MaSchuBi-Vorteil: Schülerinnen und Schüler müssen keine unnötigen Wege auf sich nehmen –> Kostenersparnis sowohl der SchülerInnen als auch der Stadt, Sanierung der Stallanlagen ist weit kostengünstiger als die unnötige Komplettsanierung der Schlossanlage, Alle agrarwirtschaftlichen Berufe können zusammen mit dem gymnasialen Zweig und der Biotechnologie an einem sehr gut ausgebauten und gut erreichbaren Standort beschult werden.

 

Das sagt der SNP: Das BSZ für Gestaltung und Dienstleistung soll aufgelöst, ein Teil der dort bisher beschulten SchülerInnen nach Meißen bzw. in andere Berufsschulstandorten verteilt werden.

Das sagen wir: Die Auflösung des Berufsschulstandorts ist unnötig. Laut SNP soll der bisherige Schulstandort an der Chemnitzer Straße für den aufgelösten Standort Altroßthal Platz machen. Das wird unnötig, wenn man unseren ersten Vorschlag zum Erhalt des Standorts Altroßthal folgt. Eine Benutzung durch eine Grund- oder Mittelschule ist laut SNP nicht vorgesehen. Darüberhinaus erfüllt das BSZ auch die Mindestanzahl an Schülern, die an einem Schulstandort beschult werden müssen. Unser Alternativvorschlag: Erhalten Sie den Schulstandort und das Berufsschulezentrum als Ganzes.

MaSchuBi-Vorteil: Schülerinnen und Schülern wird das Beschulen am derzeitigen Standort ermöglicht –> keine längeren Wege. Berufsschulstandort bleibt erhalten –> Kosteneinsparungen, da bspw. keine Fachkabinette am derzeitigen BSZ für Bau und Technik neu eingerichtet werden.

 

Das sagt der SNP: Das BSZ für Wirtschaft I soll an den Standort Leutewitzer Ring ausgelagert werden

Das sagen wir: Das BSZ für Wirtschaft I beschult knapp 1800 Schülerinnen und Schüler an zwei Standorten. Die Stadtverwaltung plant die Zusammenlegung dieser Standorte am Schulstandort Leutewitzer Ring. Dieser Schulstandort fasst jedoch knapp die Hälfte der bisher beschulten Schüler und besitzt derzeit auch nur 16 anstatt der geforderten weit höheren Anzahl an Computerarbeitsplätzen. Darüberhinaus ist der Standort am Leutewitzer Ring stark sanierungsbedürftig. Ebenso ist nicht eindeutig klar, warum das BSZ für Wirtschaft I umziehen soll. Eine Nutzung durch andere Schulformen ist angepeilt aber noch nicht festgeschrieben. Warum also einen Schulstandort umziehen lassen, wenn er bessere Lern- und Lehrbedingungen am bisherigen Standort vorfindet? Unser Alternativvorschlag: Erhalten Sie den bisherigen Standort Melanchtonstraße und verzichten Sie auf den Umzug des BSZ’s. Sollte jedoch ein Umzug aus Gründen fehlender Grund- und Mittelschulkapazitäten notwendig sein, sehen wir die leerstehenden, zentral in der Innenstadt gelegenen Gebäude der Lingnerstadt (Robotron-Gelände) als bessere Alternative für einen Umzug an. Eine Doppelnutzung als Schulgebäude und Verwaltungsgebäude ist möglich. Ggf. ist auch nur über einen Umzug der bisherigen Außenstelle des BSZ für Wirtschaft I in die Lingnerstaat zu beraten.

MaSchuBi-Vorteil: Ein Umzug und die damit verbundenen Kosten werden überflüssig und können beispielsweise in die Sanierung von Grund- und Mittelschulstandorten einfließen. Der gut ausgebaute Berufsschulstandort (übrigens der einzig verbliebene in der Dresdner Neustadt) kann erhalten bleiben.
 
 
 

Zuständigkeit

Zuständig für die Schulnetzplanung ist die Landeshauptstadt Dresden. Dies ist im Sächsischen Schulgesetz festgelegt.  Einzelheiten sind in der Schulnetzplanungsverordnung festgelegt. Die Schulnetzplanung ist alle 5 Jahre zu aktualisieren – fortzuschreiben. Dafür verantwortlich ist in Dresden der Bürgermeister für allgemeine Verwaltung, Ordnung und Sicherheit und Schulen sowie das ihm unterstellte Schulverwaltungsamt.

Genehmigungsverfahren

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport prüft den Schulnetzplan, der vom Stadtrat beschlossen werden muss. Im Ergebnis der Prüfung erfolgt die Genehmigung der Planung durch das Staatsministerium. Die Genehmigung ist Voraussetzung beispielsweise für die Vergabe von Fördermitteln für Schulbau, für die sogenannte “Mitwirkung” des Kultusministeriums an einer Schule was nichts anderes heißt als dass das Kultusministerium die entsprechenden LehrerInnen an den jeweiligen Schulen bereitstellt.

Ein Mitwirkungsentzug beispielsweise heißt dann folgendes: Wenn das Kultusministerium der Meinung ist, das Weiterbestehen einer Schule sei nicht berechtigt, spricht es einen sogenannten Mitwirkungsentzug aus und schickt keine Lehrer mehr an die Schule. Damit findet kein Unterricht mehr statt und die Schule ist geschlossen.

Seit 1992 wurden  in Dresden 20 Grundschulen, 34 Mittelschulen und 6 Gymnasien geschlossen.

Plakatkampagne im BSZ für Dienstleistung & Gestaltung Dresden

 

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